Luftverschmutzung und soziale Ungleichheit

Caritas startet Projekt im Netzwerk des Clean Air Fund – Saubere Luft darf keine Frage des Einkommens sein

Wie stark belastet Luftverschmutzung unsere Gesundheit? Und warum sind Menschen mit geringem Einkommen häufig besonders betroffen?

Diesen Fragen geht der Deutsche Caritasverband in seinem neuen Projekt „Luftverschmutzung und soziale Ungleichheit“ nach. Das Projekt ist Teil eines europäischen Netzwerks, das vom Clean Air Fund koordiniert wird. Gemeinsam mit Akteuren aus dem Umwelt- und Gesundheitsbereich setzt sich das Netzwerk für die Umsetzung der neuen europäischen Luftqualitätsrichtlinie (Ambient Air Quality Directive, AAQD) bis 2030 ein.

Seit Oktober 2026 untersucht die Caritas, wie sich schlechte Luft auf die Gesundheit und die Lebensbedingungen sozial benachteiligter Menschen auswirkt. Im Mittelpunkt stehen besonders belastete Berliner Stadtquartiere. Dort werden Bewohnerinnen und Bewohner interviewt – Fachkräfte aus sozialen Einrichtungen, Kitas, Beratungsstellen und der Gesundheitsversorgung kommen ebenfalls zu Wort.

Das Ziel: Die oft übersehenen sozialen Folgen von Luftverschmutzung sichtbar machen und den Betroffenen in der politischen Debatte mehr Gehör verschaffen. Denn saubere Luft ist nicht nur eine Frage des Umwelt- und Gesundheitsschutzes, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit.

Bis Ende 2027 entwickelt der Deutsche Caritasverband auf Grundlage der Untersuchungen politische Handlungsempfehlungen. Dabei geht es vor allem darum, die Luftqualität zu verbessern, ohne einkommensschwache Haushalte zusätzlich zu belasten. Denn saubere Luft muss für alle Menschen selbstverständlich sein – unabhängig von Einkommen und Wohnort.

Auf Grundlage der Ergebnisse werden die sozialen Folgen von Luftverschmutzung dokumentiert und politische Handlungsempfehlungen entwickelt. Ein besonderer Fokus liegt auf Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität, die sozial ausgewogen gestaltet sind und benachteiligte Haushalte nicht zusätzlich belasten. Die Ergebnisse werden im Herbst 2027 in einem Positionspapier des Deutschen Caritasverbandes veröffentlicht und im Rahmen eines Symposiums mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutiert.

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