Macht Klimaschutz arm? Podium auf dem Katholikentag

Macht Klimaschutz arm?

Diese Frage bewegt dieser Tage viele Menschen – auch auf dem 105. Katholikentag vom 13. – 17. Mai 2026 in Würzburg. Umso aktueller war unser Panel, zu dem sich am 15. Mai rund 250 Besucher in die St. Johannis-Kirche auf den Weg gemacht haben. Klar ist: Es braucht den sozialen Ausgleich für finanzielle Belastungen, die durch Klimaschutz entstehen. Nur ein sozial gerechter Klimaschutz wird auf Dauer Akzeptanz erfahren und sich durchsetzen. Wir nennen es Klimasozialpolitik.

Nach einem ersten Impuls von Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl gelang ein intensiver Austausch mit Rita Schwarzelühr-Sutter, Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Charlotte Ruhbaum, Bereichsleiterin bei der Stiftung Mercator GmbH, Michael Korte, der eigene Lebenserfahrung zum Thema Energiearmut beitrug, sowie Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa. Die Moderation übernahm unsere Kollegin Anna Christina Steinfort.

Auch das Publikum trug rege zur Debatte bei. Professor Lob-Hüdepohl adressierte sowohl empirische als auch ethische Dimensionen der Gerechtigkeitsfrage im Klimaschutz. Rita Schwarzelühr-Sutter appellierte an das Publikum, dass es den Rückenwind der Zivilgesellschaft braucht, um den Klimaschutz voranzutreiben. Das traf bei uns als Deutscher Caritasverband auf offene Ohren: Die Caritas ist mit ihrem Engagement für Klimasozialpolitik, mit Projekten in der Kinder- und Jugendhilfe und dem Energiespar-Projekt StromsparCheck bereits klima-sozial-politisch engagiert. Charlotte Ruhbaum, deren Mercator-Stiftung Klimaschutz-Initiativen intensiv fördert, mahnte, dass es nicht nur Klimaschutz braucht, sondern auch Klimafolgenanpassung. Mut zu neuen Wegen ist auch hier nötig. Ein bezahlbares Deutschlandticket, ÖPNV-Ausbau und Unterstützung für den Erwerb energiesparender Elektrogeräte wünschte sich Michael Korte, damit finanziell benachteiligte Menschen Klimaschutz umsetzen können.

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