Klimaneutral bis 2030? Interview in der neuen caritas

Drei Fragen an die Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa

2020 hat die Delegierten-Versammlung des Deutschen Caritasverbandes beschlossen, dass der gesamte Caritasverband bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden soll. Was ist seit dem Entschluss geschehen und was wird bis 2030 noch passieren müssen, damit wir dem Ziel gerecht werden?

Auf der Delegiertenversammlung 2025 hat der Vorstand des Deutschen Caritasverbandes einen Zwischenbericht zur Umsetzung des Beschlusses vorgelegt. Es ist deutlich geworden, dass seit 2020 die strategische Einbettung des Ziels der Klimaneutralität in ein weiter gefasstes Verständnis der Klimasozialpolitik dem Anliegen erheblichen Rückenwind verliehen hat. Die Förderung durch die Stiftung Mercator hat uns sehr unterstützt. Es gibt inzwischen ein eigenes Klima-Referat in der Bundesgeschäftsstelle im Bereich Wohlfahrtspflege, Innovation und Politik, in dem die Fragen der CO2-Einsparungen im Bereich von Mobilität und Gebäude gebündelt und mit dem Stromspar-Check zusammengeführt wurden. Die erhoffte Bundesförderung für die klimagerechte Modernisierung von Immobilien der Wohlfahrtsverbände hingegen ist bislang leider nicht erreicht worden.

2. Damals war vorgesehen, dass ein verbandsweites, übergreifendes Klimamonitoring eingeführt wird. Was ist aus diesem Monitoring geworden?

Der Deutsche Caritasverband kämpft aktuell zusammen mit den anderen Wohlfahrtsverbänden intensiv darum, für Sanierungsmaßnahmen zur Klimaneutralität aus dem Sondervermögen des Bundes eine eigene Förderung zu erhalten. Damit würde auch die Umsetzung eines qualifizierten Monitorings möglich.

3. Ist das Ziel „klimaneutral bis 2030“ noch realistisch?

Die Dynamik, mit der in vielen Einrichtungen und Diensten im Deutschen Caritasverband gegen den politischen Mainstream mit konkreten Handreichungen, Schulungen und Investitionen am Ziel der Klimaneutralität gearbeitet wird, ist für mich persönlich beeindruckend und ermutigend. In Magdeburg, Köln und Münster habe ich im letzten Jahr Projekte und Veranstaltungen besucht, die mir gezeigt haben: die Botschaft von Laudato si‘ ist im Caritasverband angekommen und wird allen Hemmnissen zum Trotz weiterverfolgt. „Act local, think global“ ist die Devise! Von der Sozialstaatsreformkommission erhoffen wir, dass sie die Anerkennung der Wirtschaftlichkeit von Investitionskosten für den Klimaschutz unterstützt.

Weitere Artikel aus der Ausgabe finden Sie hier.

Quelle: neue caritas Feb 2026

Ähnliche Blog-Beiträge